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2020-07-09 17:00
von Knecht
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Seide, Kunstseide und mercerisierte Baumwolle

Seide

Seide ist seit alters her ein sehr wertvolles Naturprodukt, welches schon im 4. Jahrtausend v. Chr. in China bekannt war.

Reine Seide entsteht beim Verpuppen der Raupen des Maulbeerspinners (Bombyx mori). Die Wildseide, auch Tussahseide genannt, stammt hingegen vom Eichenspinner und ist für die Teppichproduktion ohne Belang.

Der Maulbeerspinner, welcher in freier Natur nicht mehr vorkommt, wird in Japan, Korea, Thailand, China, Indien, Iran und in der Türkei zu Abermillionen gezüchtet. Die gefrässige Raupe lebt ausschliesslich von Blättern ihrer Wirtspflanze, dem Weissen Maulbeerbaum. Für die Gewinnung von einem Kilogramm Seidengarn muss das Laub von zirka 10 Maulbeerbäumen verfüttert werden.

Der bis zu 4'000m lange Seidenfaden besteht zu zirka 75% aus der Eiweissverbindung Fibroin, der eigentlichen Seidensubstanz, und zu 25% aus Sericin, das als «Seidenleim» den Spinnfaden umhüllt und den Kokon verklebt.

Noch bevor der Falter die Metamorphose vollendet hat, wird die Puppe in Heisswasser abgetötet um anschliessend den Kokon abzuhaspeln. Nur ca. ein Drittel des Kokons kann als Seide erster Güte verwendet werden. Der Rest (äussere Puppenhülle) geht als Bourett- und Schappseide auf den Markt.

Als Knüpfgarn erlaubt die Seide feinste Knüpfungen und gibt dem Teppich einen spezifischen Seidenglanz und einen unübertroffenen Nimbus. Die hohe Zugfestigkeit verleiht ihr die beste Eignung als Kettfaden in besonders fein geknüpften Teppichen, während sie als Schussfaden seltener anzutreffen ist, höchstens in allerfeinsten Teppichqualitäten. Da Seide stark hygroskopisch ist, sollten Seidenteppiche keiner Dauerfeuchtigkeit ausgesetztwerden.

Das merk ich mir: Hat ein Hereke z.B. ein Gewicht von 3 kg, braucht es dazu ungefähr 10 kg Seide, oder fast 90 kg Kokons, was wiederum einer Laubmenge von ca. 100 Maulbeerbäumen entspricht

 

Kunstseide

Kunstseide ist, obwohl umgangssprachlich viel verwendet, keine richtige Materialkennzeichnung. Meistens wird damit Acetatseide, Viscose, Reyon oder fälschlicherweise auch mercericierte Baumwolle gemeint (siehe unten).

Kunstseide ist eine Chemiefaser und wird aus Zellulose (Holz) hergestellt. Je nach Industrieverfahren wird daraus Acetatseide, Viscose oder Reyon gewonnen.

Teppiche aus Kunstseide verfilzen schnell, schmutzen daher leicht an und werden rasch unansehlich.

Die wichtigsten Kunstseiden-Teppichproduktionen (Kaschmir, Indien und Kayseri, Türkei) werden vorwiegend über die Touristenbazare vertrieben.

 

Mercerisierte Baumwolle

Baumwolle erhält durch eine chemische Behandlung (Natronlaugenbad) einen seidenähnlichem Glanz. Den Namen erhält das Material von seinem Erfinder, dem englischen Chemiker John Mercer.

Mercerisierte Baumwolle wird wie die Kunstseide vorwiegend in Kaschmir und in Kayseri für die Touristenbazare vertrieben.

Sowohl bei Teppichen aus Kunstseide wie aus merzerisierter Baumwolle wird mit der Wahrheit nicht immer genau umgegangen. Nicht selten werden irreführende oder gar falsche Bezeichnungen verwendet um die Teppiche als reine Seidenkunstwerke zu viel höherem Preis verkaufen zu können. Mit einer einfachen Brennprobe könnte dieser Schwindel aufgedeckt werden.

Seide und auch Wolle riecht beim Verbrennen wie Horn oder Haar und schmort zu einem Klümpchen zusammen. Baumwolle und somit auch mercerisierte Baumwolle hinterlässt beim Verbrennen einen weissgrauen Aschenfaden, der leicht nach verbranntem Holz riecht und bei Berührung zerfällt. Die Kunstseide verhält sich gleich

Bei den weitaus meisten Garne, welche in Orientteppichen verarbeitet werden, handelt es sich um natürliche Fasern, die sich seit alters her bewährt haben. In letzter Zeit werden in bestimmten persischen Provenienzen - z.B. Bidjar und Täbriz - teilweise auch Acryl für die Kettgarne verwendet. Zudem wurden Synthetikfasern auch für den Flor verwendet, dies aber mit geringem Erfolg, da diese Ware vom Markt nicht goutiert wurde. Immer häufiger werden dagegen Synthetikfasern für den Flor billiger Handtuftware verwendet

 

Autor: Edgar Kistler, Schweizerische Orientteppichhändler Vereinigung SOV

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